2010 – das große Jahr der kleinen Flaschen

Peter Lauer Senior am 20. Oktober 2010:

“So einen Jahrgang habe ich (seit 40 Jahren Winzer!) noch nicht erlebt. Ich wünschte ich könnte den Großvater fragen, ob er jemals (seit 1928) eine solche Fülle an langlebigen Topweinen geerntet hat.”

Die Besonderheit des Jahrgangs 2010 ist sicherlich neben einer atemberaubenden Qualität die geringe Erntemenge:

Das Aufeinandertreffen von 3 Faktoren haben in diesem Jahr dazu geführt, dass weniger als die Hälfte der normalen Ernte eingefahren werden konnte.

- Schlechtes Blühwetter im Frühjahr, die Trauben sind stark verrieselt und somit sehr lockerbeerig und luftig, was der Qualität zur Gute kommt.

- Viel Regen in kurzer Zeit lässt im Spätsommer die Beerenhäute porös und rissig werden, einige platzen während des starken Regens Anfang September auf. Drei warme Oktoberwochen mit trockenem Wind entziehen den aufgeplatzten Beeren zum großen teil Wasser. Ein sauberes eintrocknen und rosinieren der Trauben ohne Botrytis folgt hierauf.

- Die im Oktober geernteten Trauben besitzen sehr markige Beeren. Die physiologische Reife ist durch verholzte Kerne sichtbar, jedoch haben sich die Zellwände der Beeren nicht so stark aufgelöst wie sonst. Das Pressergebnis ist somit weniger gut: werden normalerweise bis zu 75% ausgepresst, konnten jetzt nur gut 50% aus den Trauben gewonnen werden, was nochmals die Mostmengen reduzierte.

Wir bewegen uns bei Parzellen mit alten Reben um die 10 hl/ha bis etwa 30 hl/ha in jüngeren Anlagen. Die Erträge liegen damit in Bereichen wie sie zu Beginn des 19. Jahrhunderts eingebracht wurden und unter ähnlichen Umständen wie diese damals legendären und weltberühmten Weine sind heute die 2010er entstanden. „1900 is back!“

Die Rieslinge sind außergewöhlich hochgradig. Die sauberste Botrytis seit Jahrzehnten, gestattet es uns Auslesen und Trockenbeerenauslesen in einer nie zuvor gekannten Qualität und Fülle auszubauen – unsterbliche Weine da mit genügend Säure für die nächsten 50 Jahre ausgestattet. Daneben kann, sich der Weintrinker auf geschmacklich trockene Weine freuen, die im Charakter eigenständig und unendlich interessant sein werden und qualitativ allemal an den 2009er anschließen.

Unsere ökologische Bewirtschaftung ohne den Einsatz reifeverzögernder Botrytizide war dieses Jahr – bezogen auf die Erzeugung guter Trauben mit reifen Säuren für trockene Weine – allen anderen Verfahren überlegen.

2010 wird die Saar nicht nur gute, sondern sehr gute Weine hervorbringen. Die geringe Erntemenge wird sich einzig in etwas höheren Weinpreisen niederschlagen – aber das sind diese Ausnahmeweine schlicht wert.

Florian Lauer im November 2010

Peter Lauer Senior am 20. Oktober 2010:

“So einen Jahrgang habe ich (seit 40 Jahren Winzer!) noch nicht erlebt. Ich wünschte ich könnte den Großvater fragen, ob er jemals (seit 1928) eine solche Fülle an langlebigen Topweinen geerntet hat.”

Die Besonderheit des Jahrgangs 2010 ist sicherlich neben einer atemberaubenden Qualität die geringe Erntemenge:

Das Aufeinandertreffen von 3 Faktoren haben in diesem Jahr dazu geführt, dass weniger als die Hälfte der normalen Ernte eingefahren werden konnte.

- Schlechtes Blühwetter im Frühjahr, die Trauben sind stark verrieselt und somit sehr lockerbeerig und luftig, was der Qualität zur Gute kommt.

- Viel Regen in kurzer Zeit lässt im Spätsommer die Beerenhäute porös und rissig werden, einige platzen während des starken Regens Anfang September auf. Drei warme Oktoberwochen mit trockenem Wind entziehen den aufgeplatzten Beeren zum großen teil Wasser. Ein sauberes eintrocknen und rosinieren der Trauben ohne Botrytis folgt hierauf.

- Die im Oktober geernteten Trauben besitzen sehr markige Beeren. Die physiologische Reife ist durch verholzte Kerne sichtbar, jedoch haben sich die Zellwände der Beeren nicht so stark aufgelöst wie sonst. Das Pressergebnis ist somit weniger gut: werden normalerweise bis zu 75% ausgepresst, konnten jetzt nur gut 50% aus den Trauben gewonnen werden, was nochmals die Mostmengen reduzierte.

Wir bewegen uns bei Parzellen mit alten Reben um die 10 hl/ha bis etwa 30 hl/ha in jüngeren Anlagen.

Die Erträge liegen damit in Bereichen wie sie zu Beginn des 19. Jahrhunderts eingebracht wurden und unter ähnlichen Umständen wie diese damals legendären und weltberühmten Weine sind heute die 2010er entstanden. „1900 is back!“

Die Rieslinge sind außergewöhlich hochgradig. Die sauberste Botrytis seit Jahrzehnten, gestattet es uns Auslesen und Trockenbeerenauslesen in einer nie zuvor gekannten Qualität und Fülle auszubauen – unsterbliche Weine da mit genügend Säure für die nächsten 50 Jahre ausgestattet.

Daneben kann, sich der Weintrinker auf geschmacklich trockene Weine freuen, die im Charakter eigenständig und unendlich interessant sein werden und qualitativ allemal an den 2009er anschließen.

Unsere ökologische Bewirtschaftung ohne den Einsatz reifeverzögernder Botrytizide war dieses Jahr – bezogen auf die Erzeugung guter Trauben mit reifen Säuren für trockene Weine – allen anderen Verfahren überlegen.

2010 wird die Saar nicht nur gute, sondern sehr gute Weine hervorbringen.

Die geringe Erntemenge wird sich einzig in etwas höheren Weinpreisen niederschlagen – aber das sind diese Ausnahmeweine auch schlicht wert.

Florian Lauer im November 2010