Das 25te Faß … im Keller

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Aus Ayl mit einer Südostlage und bemerkenswerten 30% Steigung kann man hier in der Tat von einer Steillage sprechen… Schiefer, klar. Es wird von Hand gelesen, was wenig wundert. Oder gibt es mittlerweile diesen Steillagen-Ernte-Roboter?

Ich trinke ihn pur, ohne leichte Speisen. Ok, ich hab zwischendurch genascht, aber das zählt nicht.
Nach dem Öffnen noch etwas verschlossen, aber schon mit eleganter Nase entwickelt er sich deutlich weiter, wird nach knapp 2 Stunden fast schon opulent. Zitrusnoten, eher Grapefruit am Anfang, ein merklicher Schmelz, sehr anständig ausbalancierte Säure/Süße… und das ohne die leider immer noch häufigen Bitternoten, die meiner Meinung nach nichts im Riesling verloren haben. Und jaja, es steht trocken auf dem Etikett, aber so ein kleines Tupferl schadet nicht immer. Es muss nicht immer getrocknet-trocken oder staubtrocken sein, auch wenn ich ja schon drauf stehe. Ein kaum wahrnehmbarer Hauch von Kohlensäure verleit dem Ganzen noch etwas zusätzliche Frische – wäre interessant, den Riesling in 1-2 Jahren nochmals zu verkosten. Aromen von Quitte und Birne gesellen sich später noch zwischen Gaumen und Zunge, ein volles Mundgefühl mit anständigem Abgang.

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Was will man mehr? Ein spontanvergorener Riesling, der durchaus Spaß macht, und zwar nicht nur den Spontifreaks. Ein konsensfähiger Individualist, keine Einheitssauce (-Hefe) zum Stößchen.
Das Schöne daran – während ich hier schreibe und es jetzt wohl doch nach 24h wird, verändert sich der Wein in der Haptik und Aromatik. Meine ersten Notizen erinnern nur noch bedingt an das, was ich jetzt im Glas habe. Genau so liebe ich es.
Rettet die Steillagen, möchte man rufen – ich bin mal gespannt, was in den anderen Fässern so drin ist bei Peter Lauer! Neugierig bin ich jedenfalls geworden.